Campen im Winter ist möglich und macht mit der geeigneten Ausrüstung und entsprechenden Vorbereitungen richtig Spaß. Wir erklären dir, wie auch du zum Schneehasen wirst:

1. Ein geeignetes Fahrzeug

Planst du, auch in der kalten Jahreszeit (regelmäßig) zu campen, solltest du bereits mit dem Kauf deines Reisemobils oder Caravans auf bestimmte Ausstattungsmerkmale Acht geben. Natürlich musst du jetzt nicht dein bereits vorhandenes Wohnmobil oder deinen Wohnwagen tauschen, mit Tipps und Tricks, kannst du nahezu jedes Gefährt für ein Winterabenteuer rüsten.

Die Isolierung

Informiere dich, ob und wie der Wohnbereich isoliert ist. Möchtest du ein Campingfahrzeug selbst ausbauen, denke daran, eine Isolierung im gesamten Fahrzeuginneren wie Wänden, Decke und Boden anzubringen. Insbesondere Kastenwagen gelangen oft ungedämmt in die Hände bastelwilliger DIY-Camper, da sie ursprünglich schlichtweg für Transportzwecke genutzt wurden.

Die Heizung

Größere Caravanfahrzeuge sind von Werk aus in der Regel mit einer Heizung ausgestattet. Kleinere Campingbusse oder Minicamper dagegen, müssen meist erst noch bestückt werden. Mit Neukauf eines Campingfahrzeugs, lässt sich gegen Aufpreis oftmals eine Heizung bestellen. Außerdem kannst du in fast alle vorhandenen Campingfahrzeuge ein Heizgerät nachträglich einbauen (lassen).

Die Wasserversorgung

Auch die Wasserversorgung ist nicht bei jedem Campingfahrzeug uneingeschränkt wintertauglich ausgestattet. Üblicherweise befindet sich der Abwassertank am Unterboden, also außerhalb des beheizten Wohnraums. Nicht jedes Wohnmobil besitzt einen beheizten oder isolierten Abwassertank. Vereisen dir Abwassertank oder Ablassventil (über Nacht), kannst du das Grauwasser nicht mehr entsorgen.

2. Winterfest machen

Wohnwagenreisende können ein paar Zeilen weiter lesen. Da in diesem Reisefall dein Zugwagen auch Alltagsfahrzeug ist, stattest du es unabhängig von Urlaubsfahrten mit wintertauglichen Reifen und Frostschutzmittel aus – solltest du zumindest, wenn dir deine Verkehrssicherheit und die der anderen am Herzen liegt.

Hinweis: Für Wohnwagen gibt es keine gesetzliche Winterreifenpflicht. Dennoch sorgen Winterreifen auch am Anhänger für ein stabileres Fahrverhalten auf Schnee und Eis.

Machst du dagegen Campingurlaub mit einem Wohnmobil oder Campingbus, solltest du vor der Abreise noch einmal bewusst prüfen, ob das Fahrzeug in allen Bereichen und Teilen fit für eisige Temperaturen und verschneite Straßen ist.

Grundsätzlich sind Ganzjahresreifen für Wohnmobile empfehlenswert. Bist du häufig in schneereichen Regionen unterwegs, bieten Winterreifen dennoch mehr Sicherheit. Auf der Reifenflanke siehst du dann ein Schneeflocken-Symbol. Falls keines ersichtlich ist, musst du vor dem Campingausflug wintertaugliche Reifen aufziehen.

Schneeketten: Für Fahrzeuge schwerer als 3,5 Tonnen und auf bestimmten Streckenabschnitten können Schneeketten verpflichtend sein. Bedenke auch, dass Zufahrten zu Campingplätzen nicht immer tadellos geräumt sind.

Scheiben-Frostschutz: Versetze das Scheibenwasser noch vor dem ersten Frost mit Frostschutzmittel oder verwende eine geeignete Fertigmischung.

Eiskratzer: Vergewissere dich, dass ein Eiskratzer für die Scheiben an Bord ist. Am besten verstaust du ihn griffbereit im Ablagefach der Fahrertür.

Besen und Leiter: In schneereichen Wintern sind Leiter und Besen hilfreich, um das Dach von größeren Schneemengen zu befreien.


3. Die Streckenplanung

Gesperrte Alpenstraßen kosten Zeit und Nerven. Informiere dich besser im Voraus, ob alle Passstraßen entlang der geplanten Route befahrbar sind.

Bist du mit einem Camper unterwegs, musst du im Winter nicht nur längere Bremswege und rutschige Kurven beachten. Es kann auch sein, dass du bestimmte Straßen gar nicht befahren darfst. In den Wintermonaten können beispielsweise Passstraßen in den Alpen gesperrt sein. Entweder grundsätzlich oder nur für bestimmte Fahrzeuge (z.B. Gespanne oder Lkw und Wohnmobile über 3,5 Tonnen). Erkundige dich daher bereits vor der Abfahrt, ob du möglicherweise einen Umweg einplanen musst.

Ähnlich verhält es sich auch mit Fährverbindungen. Erkundige dich rechtzeitig über die Fahrzeiten, wenn du mit einer Autofähre übersetzen möchtest. Es gab in der Vergangenheit schon Winter, in denen große Flüsse wie Rhein oder Donau teilweise zugefroren waren.

4. Campingplatzwahl

Nicht alle Campingplätze sind ganzjährig geöffnet. Informiere dich vor der Abfahrt, welches Ziel du in deinem Winterurlaub ansteuern kannst. Auch über die Ausstattung des Campingplatzes solltest du dich erkundigen. In beliebten Winter-Reiseregionen, beispielsweise im Alpenraum, bieten Campingplätze für Wintercamper oftmals besonderen Komfort.

Diese Ausstattung sollte ein wintertauglicher Campingplatz bieten:

  • einen Trockenraum (im Skiurlaub besonders praktisch) Hier kannst du deine Wintersportausrüstung unterstellen.
  • beheizte Sanitärräume, solltest du auf dem Campingplatz duschen wollen
  • ggf. einen Aufenthaltsraum, dort kannst du dich mit anderen Campern zusammensetzen. Manchmal gibt es hier auch eine Kochmöglichkeit. Bücher oder Spiele gehören oft zum Inventar.

Achte auf die Lage des Campingplatzes. Dies gilt vor allem bei längeren Aufenthalten mit einem Wohnmobil oder Campingbus. Während du im Sommer auch weiter entfernte Supermärkte mit dem Fahrrad erreichst, ist dein Bewegungsradius beim Wintercampen begrenzter. Da ist es praktisch, wenn der gewählte Campingplatz einen eigenen Supermarkt betreibt, oder sich ein Lebensmittelgeschäft zumindest in fußläufiger Entfernung befindet.


5. Stromversorgung

Dieser Rat richtet sich insbesondere an Wohnmobilisten, die Stellplätze ansteuern oder freistehen möchten. Denn in diesen Situationen habt ihr möglicherweise keinen Anschluss an den Landstrom. In der Regel ist der Stromverbrauch im Winter höher als beim Badeurlaub. Schließlich verbringst du mehr Zeit im Reisemobil, nutzt möglicherweise eine Satellitenanlage und da es früh dunkel wird, lässt du das Licht länger an.

Mehr Unabhängigkeit vom Stromnetz erhältst du mit einem Solarmodul. Da die Sonnenstunden im Winter jedoch geringer ausfallen, ist Solarenergie nicht ganz so effizient wie im Sommer. Ist das Solarpanel mit Schnee bedeckt, produziert es weniger bis gar keinen Strom mehr.

Mit einer Brennstoffzelle dagegen lässt sich Strom unabhängig von Sonnenlicht, Wind und Außentemperatur erzeugen. Da sich die Anschaffungskosten allerdings auf mehr als 2.000 Euro belaufen, rechnet sich diese Technik nur, wenn du häufig autark übernachtest.

6. Gas geben

Während der Wintermonate musst du den Wohnraum heizen. Klingt erst einmal logisch, denn zuhause drehst du die Heizung normalerweise auch nur im Winter auf. In einem Wohnmobil oder Wohnwagen erwärmt sich der Wohnraum jedoch nicht so ohne weiteres Zutun.

Die meisten Campingheizungen verbrennen Gas. Wie lange deine Gasflasche durchhält, hängt vom Verbrauch deiner Heizung und anderer Gasgeräte (z.B. Kühlschrank oder Kocher) ab. Je nach Außentemperatur und Kälteempfinden kann eine Gasflache mit elf Kilogramm Inhalt drei bis vier Tage lang halten.

Den Füllstand deiner Gasflasche solltest du regelmäßig mit einem Füllstandmesser kontrollieren. Nützlich beim Wintercampen ist außerdem eine Zweiflaschenanlage, auch Umschaltanlage genannt. Diese ermöglicht es dir, zwei Gasflaschen gleichzeitig mit der Gasanlage zu verbinden. Ist die erste Gasflasche leer, zapft die Gasanlage automatisch die andere Gasflasche an.

Tipp: Solange du auf einem Stell- oder Campingplatz Anschluss an den Landstrom hast, kannst du auch ein elektronisches Heizgerät (Heizlüfter) als Zusatzheizung nutzen.


7. Aufwärmen - einfüllen

Du solltest deinen Wohnwagen oder dein Wohnmobil aufheizen, bevor du Wasser in den Tank gibst. Der Grund dafür ist eine Schutzfunktion am Boiler. Im Campingfahrzeug ist der Boiler mit einem sogenannten Frostwächter ausgestattet. Dabei handelt es sich um ein Ablassventil, das sich bei einer Temperatur von maximal 3 Grad Celsius automatisch öffnet – und das noch flüssige Wasser auf die Straße ablässt.

Der Frostwächter verhindert, dass Wasser im Boiler gefrieren und diesen beschädigen kann. Da sich das Ventil im Innenraum des Campingfahrzeugs befindet (oftmals am Boden eines Schranks oder in einem Staufach), kannst du ein ungewolltes Auslösen des Schutzmechanismus durch vorheriges Heizen verhindern.

8. Mehr (Stau)raum

Auch wenn du dich im Winter vermutlich eher im Wohnmobil oder Caravan aufhältst, bietet dir ein Vorzelt zusätzlichen Komfort. Für den Einsatz in deinem Wintermärchen, gibt es neben den Ganzjahreszelten auch spezielle Wintervorzelte. Charakteristisch bei diesen Vorzelten ist die besonders kleine Grundfläche und das stark abfallende Dach. Dadurch bleibt weniger Schnee auf dem Dach liegen, der das Vorzelt eindrücken könnte.

Vorwiegend dient das Vorzelt im Winter als zusätzlicher Stauraum, beispielsweise für die Skiausrüstung. Aber auch im Winterurlaub kann ein Vorzelt als Erweiterung für den Wohnraum dienen, wenn du es mit einem geeigneten Heizgerät, wie zum Beispiel einem Heizstrahler, ausstattest.

Weiterhin empfehlen wir dir, auch mehr Gepäck zu berücksichtigen. Pullover, Jacke, Mütze, Schal, all diese Kleidungsstücke begleiten dich durch den Urlaubsalltag. Und diese benötigen Platz im Kleiderschrank, mehr als ein Bikini oder ein T-Shirt. Bedenke also, dass du deine dicken Sachen irgendwo verstauen musst.

9. Schneeräumen

Ganz ohne Schneeschippen geht auch Wintercamping nicht. Wenn auch nicht deine Zufahrt zum Haus, musst du den Weg zu deinem Gefährt freihalten, ansonsten musst du eines Tages gegebenenfalls über die Dachluke nach draußen klettern. Ein Klappspaten ist hier nützlich, um kleinere Flächen von Schnee und Eis zu befreien.

In schneereichen Regionen sind Campingplätze entsprechend vorbereitet. Nicht selten kannst du den Platzwart mit einem Räumfahrzeug oder einer Schneefräse über den Platz fahren sehen.

Wann startet dein Eismärchen?